Von Karl-Heinzi's, Meier's und anderen Veränderungen
von Norbert Ruge
Ja mei, so ist sie nun mal - die gute neue Zeit...
Früher, da bist du auf ein Feierabendbierchen in deine Stammkneipe in der Ickstatt-, Westermühl-, Klenze- und andere Straßen hier in deinem Viertel gegangen. Du kanntest den Wirt und die Bedienungen persönlich, sie haben sich gefreut, daß du wieder dein Geld bei ihnen läßt oder auch einfach nur, weil sie dich wieder einmal sehen.
Das Bier war gut für zweieurofünfzig, der Schnaps war noch besser für eineneuroneunzig und alle in diesen kleinen Boazn haben miteinander geredet und versucht, die Probleme des menschlichen Miteinanderseins nicht zu lösen, aber wenigstens zu verstehen.
Beim Tengelmann am Gärtnerplatz konntest du vor lauter "Servus, Griaß Di und Ja mei, lebst Du a no-Sagen" nicht in Ruhe einkaufen, weil du jeden gekannt hast.
Schee wars - unser Dorf im Millionendorf.
Aber, nichts währt ewig.
Lebte das Glockenbach- und Gärtnerplatzviertel bis vor einiger Zeit noch durch die Vielfalt seiner kleinen Geschäfte und Nachbarschaftskneipen, durch die Bewohner, die eine gesunde Mischung aus Alt und Jung, Fremden und Einheimischen bildeten, so mutiert es heute zu einem Zombie-Viertel. Die Mietpreise steigen schneller als die Isar nach der Schneeschmelze, die angestammten Bewohner werden verdrängt von Yuppie-Familien, die wenig arbeiten, dafür aber umso mehr verdienen mit ihren sog. Home-Offices und sich die Phantasie-Mieten leisten können.
Schöne Altmünchener Bürgerhäuser werden entkernt und luxussaniert. Immobilien-Gesellschaften und Makler stürzen sich wie Aasgeier auf die verbleibenden Reste Münchener Kultur und schlachten sie erbarmungslos des Profits wegen aus.
Es klagt zwar ein jeder, daß er so arm sei, aber, ein Geländewagen für 100.000,- zum Semmelnholen in der Früh, eine schicke Luxuswohnung mit Isarblick für schlappe 350.000,- müssen aber schon drin sein.
Ja mei, so ist sie nun mal - die gute neue Zeit...Früher, da bist du auf ein Feierabendbierchen in deine Stammkneipe in der Ickstatt-, Westermühl-, Klenze- und andere Straßen hier in deinem Viertel gegangen. Du kanntest den Wirt und die Bedienungen persönlich, sie haben sich gefreut, daß du wieder dein Geld bei ihnen läßt oder auch einfach nur, weil sie dich wieder einmal sehen.
Das Bier war gut für zweieurofünfzig, der Schnaps war noch besser für eineneuroneunzig und alle in diesen kleinen Boazn haben miteinander geredet und versucht, die Probleme des menschlichen Miteinanderseins nicht zu lösen, aber wenigstens zu verstehen.
Fortsetzung:
Du erfuhrst, wann der Werner vom Gärtnerplatztheater wieder einmal im Suff nächtens die Garderobe im ehelichen Flur zerlegt hatte und wann sich der schwule Detlev aus der Hans-Sachs-Straße wieder einmal unsterblich verliebt hatte in einen stocknormalen, verheirateten Gerüstbauer, dem er in der Frühe aus seinem Küchenfenster auf die pralle Hose schauen durfte beim Gerüstbauen.Beim Tengelmann am Gärtnerplatz konntest du vor lauter "Servus, Griaß Di und Ja mei, lebst Du a no-Sagen" nicht in Ruhe einkaufen, weil du jeden gekannt hast.
Schee wars - unser Dorf im Millionendorf.
Aber, nichts währt ewig.
Lebte das Glockenbach- und Gärtnerplatzviertel bis vor einiger Zeit noch durch die Vielfalt seiner kleinen Geschäfte und Nachbarschaftskneipen, durch die Bewohner, die eine gesunde Mischung aus Alt und Jung, Fremden und Einheimischen bildeten, so mutiert es heute zu einem Zombie-Viertel. Die Mietpreise steigen schneller als die Isar nach der Schneeschmelze, die angestammten Bewohner werden verdrängt von Yuppie-Familien, die wenig arbeiten, dafür aber umso mehr verdienen mit ihren sog. Home-Offices und sich die Phantasie-Mieten leisten können.
Schöne Altmünchener Bürgerhäuser werden entkernt und luxussaniert. Immobilien-Gesellschaften und Makler stürzen sich wie Aasgeier auf die verbleibenden Reste Münchener Kultur und schlachten sie erbarmungslos des Profits wegen aus.
Es klagt zwar ein jeder, daß er so arm sei, aber, ein Geländewagen für 100.000,- zum Semmelnholen in der Früh, eine schicke Luxuswohnung mit Isarblick für schlappe 350.000,- müssen aber schon drin sein.
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