Jedem sein Brettern - auf der Isar und dem Gebsattelberg
Da kann keiner sagen, daß bei uns in der Gegend nix los is. Denn was bei den Amis Kalifornien mit ihren Surfen is, sind bei uns in München die Eisbachsurfer und seit neuestem die Isarsurfer bei der Reichenbachbrücke.Erst hab ich ja gemeint, der Tom Cruise ist heimlich in München geblieben und genießt die Sonne an der Isar. Denn viel mehr Leut waren bestimmt auch nicht bei seinem Event am Stachus. Aber wie ich mich dann selbst unter das Volk auf der Brücke gemischt hab, hat sich mir der Grund offenbart: La Jolla bei San Diego in München! Nur was bei uns dazu kommt: Nicht nur auf dem Wasser kriegt man eine - wie man dauernd um die Ohren gepfeffert kriegt - Performance geboten; nein, auch in der Luft kriegt man einiges geboten. Wenn die Hubschrauber kommen.
Fortsetzung:
Denn ungefährlich ist dieses Spetakel weiß Gott nicht. Vor allem wenn die Isar wieder Hochwasser hat. Was grad der Fall ist. Weh dem, der von der reißenden Strömung fortgerissen wird. Das haben wir ja alle mitgekriegt vor einigen Wochen. Aber das scheint die Wasserakrobaten nicht abzuschrecken. No risk no fun.
Und wenn man dann Luftlinie 1000 Meter weitergeht, wird einem ein anderer Nervenkitzel geboten, der etwas ruhigeren Art. Die tollkühnen Recken in ihren Seifenkisten. Tollkühn rasen die Fahrer in ihren selbstgebauten Rennsemmeln 300 Meter den Gebsattelberg hinunter. Und bei manch einem Zuschauer werden alte Kindheitserlebnisse wieder wach. Oder so wie bei mir, trauert man der verpassten Chance nach, jemals in so einem Gefährt gefahren zu sein. Nicht jeder hatte halt so einen Vater, der sich die Zeit genommen hat, gemeinsam mit seinem Sohn oder seiner Tochter in mühevoller Arbeit so ein Teufelsgeschoß zu bauen. Aber nicht nur Kinder rasen in ihren Kisten den Berg runter, auch Erwachsene wollen noch mal das besondere Feeling hautnah spüren. Aber um keine Wehmut aufkommen zu lassen, wenden wir uns lieber dem Biergarten auf der Jackobidult zu. Nur: Nach der dritten Maß fängt man doch wieder an, an seine Kindheit zu denken. Vielleicht sollte man sich doch fürs Seifenkistenrennen im nächsten Jahr anmelden...
Euer Erwin vom Glockenbach
