Lesepaten in der Klenzeschule: ein Gewinn für beide Seiten

21.05.10 Permalink
von Karin Zick

Es waren einmal: die Klenzeschule, eine rührige Mutter, ein Chor und das ASZ in der Hans-Sachs-Straße. Aus diesen Zutaten entstand im Herbst 2009 die Idee der Lesepaten für die Klenzeschule. Die Begeisterung für dieses Projekt hält ungebrochen an; nach wie vor melden sich weit mehr Senioren als Lesepaten, als eingesetzt werden können.

Fortsetzung:

Derzeit sind drei Senioren und eine ehemalige Lehrerin der Schule für erste und zweite Klassen im Einsatz. Die Lesepaten arbeiten während der regulären Unterrichtsstunden mit den Kindern meist in einem extra Raum. Was mit den Schülern geübt werden soll, wird von der Lehrkraft vorgegeben, so Marie von Bülow, die eine zweite Klasse unterrichtet: "Das funktioniert meist nach dem Schneeballsystem: Ein Schüler geht zur Lesepatin, kommt zurück und der nächste Schüler ist an der Reihe". Oder aber die Lehrkraft wählt explizit Schüler aus, die in bestimmten Bereichen zusätzliche Übungseinheiten brauchen. Aber auch gute Schüler profitieren von den Lesepaten: "Sie können zeigen, was sie können und werden gefordert."

Die Lesepaten sind jeweils meist zwei Stunden an der Schule. "Früher war es eine Stunde, aber die Paten meinten, das sei zu wenig". Die Paten sind so engagiert, daß sie auch die halbstündige, große Pause in der Schule bleiben, um danach weiter mit den Kindern üben zu können.

"Den Kindern bringt die Arbeit mit den Lesepaten viel und sie machen es auch gerne." Denn die Steppkes bekommen die volle Aufmerksamkeit, was im Klassenverbund so natürlich nicht möglich ist. Marie von Bülow sieht noch einen weiteren, wichtigen Aspekt: Den Kontakt zwischen den Generationen. Die Kinder profitieren von der Einzelzuwendung der Senioren und diese wiederum sehen sich gebraucht und mitten im Leben.
Zwar bedeutet die Lesepatenschaft für die jeweilige Lehrkraft eine gewissen Mehraufwand durch die Vorbereitung der Übungen, aber "der Erfolg ist die Mehrarbeit auf jeden Fall wert", so Frau von Bülow.

Und welche Voraussetzungen sollten die Lesepaten mitbringen? Ein intaktes Gehör (die Kinder sprechen bisweilen recht leise), die Treppe in den zweiten Stock muß zu bewältigen sein - und natürlich einen Draht zu Kindern.

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