Lesben und Schwule in München - Umfrage 2004
vom 24.7.2009 - von Karin Zick
2003 und 2004 hat die Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen eine umfangreiche Fragebogenaktion durchgeführt. Sie sollte Aufschluß geben, wie Münchens Lesben und Schwule ihre Lebenssituation (nicht nur) im Alter einschätzen und welche Wünsche, Bedürfnisse und Probleme vorhanden sind.
2.515 Personen nahmen an der Aktion teil, davon ca. zwei Drittel Männer und ein Drittel Frauen mit einem Altersschwerpunkt von unter 55 Jahren.
Soziale Lebenssituation
Die überwiegende Zahl der Befragten leben iher Homosexualität (weitgehend) offen, wobei jedoch 70 % der Schwulen und 80 % der Lesben angeben, daß es Situationen gibt, in denen es ihnen schwerfällt, sich zu outen. Bei Arbeitgeber und Arbeitskollegen wird die eigene Homosexualität eher verheimlicht; nur ein Drittel der Befragten gibt an, dort ganz offen zu leben. Knapp 20 % sagen, daß sie ihre Homosexualität gegenüber den Kollegen verheimlichen, gegenüber dem Arbeitgeber sind es 40 %.
Erfahrung von Ausgrenzung, Benachteiligung und Gewalt
Schwule Männer gehen noch mehr als lesbische Frauen davon aus, bereits sehr früh sozial zu altern, also in ihrer Szene ab einem frühen Zeitpunkt für alt gehalten zu werden. Bis zu einem Alter von unter 45 Jahren halten sich selber nur ca. 6 % für alt, aber 55 % befürchten, in ihrer sozialen Lebenswelt für alt gehalten zu werden. Für über 90 % der Befragten ist Einsamkeit im Alter ein bedeutendes Thema, denn sie gehen davon aus, daß die Bedeutung der Szene und die Möglichkeit, dort neue soziale Kontakte aufzubauen, im Alter deutlich abnimmt.
2003 und 2004 hat die Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen eine umfangreiche Fragebogenaktion durchgeführt. Sie sollte Aufschluß geben, wie Münchens Lesben und Schwule ihre Lebenssituation (nicht nur) im Alter einschätzen und welche Wünsche, Bedürfnisse und Probleme vorhanden sind.
2.515 Personen nahmen an der Aktion teil, davon ca. zwei Drittel Männer und ein Drittel Frauen mit einem Altersschwerpunkt von unter 55 Jahren.
Fortsetzung:
Die hier vorgestellten Ergebnisse stellen lediglich Auszüge aus den Ergebnissen dar. Die vollständigen Ergebnisse sind bei der Koordinierungsstelle erhältlich.Soziale Lebenssituation
Die überwiegende Zahl der Befragten leben iher Homosexualität (weitgehend) offen, wobei jedoch 70 % der Schwulen und 80 % der Lesben angeben, daß es Situationen gibt, in denen es ihnen schwerfällt, sich zu outen. Bei Arbeitgeber und Arbeitskollegen wird die eigene Homosexualität eher verheimlicht; nur ein Drittel der Befragten gibt an, dort ganz offen zu leben. Knapp 20 % sagen, daß sie ihre Homosexualität gegenüber den Kollegen verheimlichen, gegenüber dem Arbeitgeber sind es 40 %.
Erfahrung von Ausgrenzung, Benachteiligung und Gewalt
- Über 80 % (!) der Befragten verfügen über Erfahrungen in diesen Bereichen;
- ca. 60 % haben Beschimpfungen erlebt;
- knapp 20 % wurden Opfer von Gewalt;
- knapp 40 % geben an, psychischem Druck, Bedrohungen, Einschüchterungen usw. ausgesetzt gewesen zu sein;
- 35 % wurden in ihren Familien benachteiligt bzw. abgelehnt;
- 45 % haben ähnliche Erfahrungen im Freundeskreis gemacht;
- das Bekanntwerden der Homosexualität hatte im Kontakt zu Kollegen zu 15 % und Arbeitgebern zu 21 % negative Auswirkungen;
- 60 % kennen Situationen, in denen sie Angst hatten, als homosexuell erkannt zu werden
Schwule Männer gehen noch mehr als lesbische Frauen davon aus, bereits sehr früh sozial zu altern, also in ihrer Szene ab einem frühen Zeitpunkt für alt gehalten zu werden. Bis zu einem Alter von unter 45 Jahren halten sich selber nur ca. 6 % für alt, aber 55 % befürchten, in ihrer sozialen Lebenswelt für alt gehalten zu werden. Für über 90 % der Befragten ist Einsamkeit im Alter ein bedeutendes Thema, denn sie gehen davon aus, daß die Bedeutung der Szene und die Möglichkeit, dort neue soziale Kontakte aufzubauen, im Alter deutlich abnimmt.
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