Kategorie: Das Viertel

Spartentunnel unter der Isar

24.10.09 Permalink
von Karin Zick - veröffentlicht 9.5.2009

Im Rahmen des Ausbaus des Münchner Kanalnetzes wird seit April 2007 an der Reichenbachbrücke ein sogenannter "Spartentunnel" gebaut, der nunmehr fast fertiggestellt ist.
Durch diese Baußmaßnahme wird das auf der östlichen Isarseite anfallende Mischwasser gesammelt und unterquert in dem neuen Kanal die Isar. Auf der westlichen Isarseite wird der Kanal an einen bis auf Höhe der Liebigstraße (Lehel) bereits errichteten Kanal angeschlossen. Ziel der Baumaßnahme ist die weitere Verbesserung der Wasserqualität der Isar durch die Reduzierung von Mischwassereinleitungen.

(Blick von oben in den Tunnel)

Das Münchner Kanalsystem ist größtenteils als Mischsystem angelegt, bei dem Regen- und Schmutzwasser gemeinsam in einem Kanal zu den Klärwerken geleitet werden. Zur Entlastung der Kanalisation und der Kläranlagen bei großen Regenmengen bestehen im Kanalsystem Stauräume und Entlastungsbauwerke mit einem Volumen von rund 706.000 Kubikmetern. Das Abwasser aus diesen Stauräumen wird nach Ende des Regenfalls wieder kontrolliert in das Kanalsystem eingeleitet und in den Klärwerken gereinigt. Nur der geringe Anteil, den die Stauräume nicht aufnehmen können, fließt als stark verdünntes Mischwasser in die Isar.

(Blick in den Tunnel von der Au)

Nach der Fertigstellung wird von den vier Regenauslässen im Bereich zwischen Reichenbachbrücke und Muffatwerk erheblich weniger Mischwasser in die Isar fließen. In dem Tunnel verlaufen auch Telekommunikationskabel und Leitungen zur Trinkwasserversorgung. Während der Bauarbeiten wurde auch viel Munition aus dem Krieg geborgen und fachgerecht entschärft und entsorgt.

Ein weiteres Ziel ist die Vermeidung von Straßenüberflutungen bei starken Niederschlägen in einigen Bereichen der Au sowie im Umfeld des Gärtner- und Sebastianplatzes.

Die Baukosten des 170 Meter langen, 3,30 Meter hohen und 5 Meter breiten Tunnels belaufen sich auf 12 Millionen Euro. Nach Fertigstellung im Herbst sichert der Tunnel die Kabelleitungs- und Wasserversorgung für die nächsten Jahrzehnte.

--> weitere Bilder vom Tunnelbau finden Sie in unserem Bildarchiv

Bildmaterial und Infos von Stefan Vogel

Isarplan: Eine neue Insel in der Isar

24.10.09 Permalink
von Karin Zick - 23.6.2009

Nach 100 Jahren Zwangskorsett und Zähmung durch Dämme und Wehre wird die Isar seit 2000 im Rahmen des "Isarplans" zwischen dem Marienklausensteg nahe der südlichen Stadtgrenze und dem Deutschen Museum auf einer Länge von acht Kilometern in ihre alte Form zurückversetzt. Die Hauptaspekte liegen auf dem Hochwasserschutz, naturnaher Flusslandschaft und Naherholung. Die Renaturierung der Isar ist ein Projekt der Landeshauptstadt München und des Freistaats Bayern mit Kosten von rund 29 Millionen Euro, wobei die Stadt 45 % trägt; am derzeitigen Bauabschnitt zwischen Wittelsbacher und Reichenbachbrücke ist sie mit rund 1,4 Millionen Euro beteiligt. Die 450 Meter lange Strecke wird, wie auch in den vorangegangenen Abschnitten, mitten in der Stadt die Isar ihrer Natur als Wildfluss weitgehend näherbringen.

Die bisherigen Grasflächen werden in Kiesinseln und -bänken mit Flachwasserzonen und Fischunterständen umgewandelt und nördlich der Wittelsbacherbrücke ein neuer Seitenarm angelegt. Mit ihm entsteht gleichzeitig eine neue Insel mit Weidenbäumen, die aber zugunsten einer ungestörten Tierwelt nicht betreten werden kann. Ab Sommer wird man - auf breiten Steinstufen sitzend - den Blick auf die Weideninsel vom Ostufer des neuen Seitenarms aus genießen können. Die Steinstufen werden so weit in die Isar hineinreichen, daß man auf ihnen bis zur Brusthöhe ins Wasser gehen kann. Ab dann ist die Strömung der Isar so stark, daß man sich nicht mehr auf den Beinen halten kann. Insofern erhöhte Sicherheit für Planschlustige, denn an den bestehenden gepflasterten Steilufern kann man leicht abrutschen.

Um die Auswirkungen der baulichen Eingriffe in diesem Bereich abschätzen zu können, beauftragte das Wasserwirtschaftsamt München Ende des Jahres 2006 die Versuchsanstalt für Wasserbau und Wasserwirtschaft der Technischen Universität München in Obernach mit einem physikalischen Modellversuch. Im Maßstab von 1 : 20 wurde das derzeit bestehende Isar-Profil nachgebaut und die vorhandenen Brücken detailgetreu im gleichen Maßstab aus Holz und PVC in dem Modell positioniert. Dieses genaue Vorgehen war notwendig, weil die Form der Brückenpfeiler das Strömungsverhalten der Isar mit beeinflussen. Was unter Wasser mit aufgeschüttetem Kies oder Sand passiert, wenn die Isar bei normalem Wasserstand fließt oder Hochwasser führt, ist auschlaggebend dafür, wie die geplanten Maßnahmen letztlich realisiert werden. Wir, die wir auf den Steinstufen entspannen, wissen die Sicherheit zu schätzen, dass uns der Sitzstein nicht unversehens unter dem Hintern wegbricht.

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Führung durch das Glockenbachviertel mit Dr. Dieter Klein 2009

24.10.09 Permalink
von Stephan Vogel

Während der beim Glockenbachfest angebotenen, kostenlosen Führung schloß sich eine kleine Gruppe an und wir entdeckten unter der Leitung vom Kunsthistoriker Dr. Dieter Klein Sehen- und Wissenswertes aus dem Viertel. Es gab vieles zu bestaunen: von Hinterhöfen und Stilelementen an Fassaden über Malereien und Stuck in Treppenhäusern, bis hin zu Bogenelementen und Fliesenböden.


Auch wenn man bei Stilmerkmalen und deren Entwicklung eher an trockene Materie denkt, verstand es Herr Klein sehr gut, die zweistündige Führung kurzweilig zu gestalten. Kleine Erzählungen über ein privates Observatorium, uralte Fensterläden - die einzigen noch original erhaltenen -, der heilige Benno und das Kolosseum, flossen auch mit ein.

Es ging vom Karl-Heinrich-Ulrichs-Platz in Richtung Hans-Sachs-Straße und weiter über die Ickstatt- und Jahn- zur Fraunhoferstraße, wo wir einen Blick in das bekannte Wirtshaus und Theater „Fraunhofer“ werfen wollten. Von dort über die Müller- und Holzstraße zurück auf das Glockenbachfest. Wir erhielten interessante Einblicke in die Münchner Architektur und in deren typischen Elemente, so konnten wir altbekannte Straßenzüge plötzlich neu erleben und kennen lernen.

Weitere Fotos finden Sie in unserem --> Bildarchiv

Auswirkungen des Unwetters im Glockenbachviertel

04.07.09 Permalink
Über Süd-Bayern gingen massive Unwetter runter, auch in München wurden Unterführungen und Keller überschwemmt und mußten - in über 100 Einsätzen - von der Feuerwehr ausgepumpt werden. In eine Trambahn schlug der Blitz ein und führte zu Ausfällen im Stromnetz und bei Ampeln, was kurzfristig für Verkehrschaos sorgte. Auch in weiten Teilen des Glockenbachviertels fielen die Straßenbeleuchtung sowie die Ampeln aus. Kurz vor Mitternacht ging die Straßenbeleuchtung im Glockenbachviertel - laut Herausgeberin Karin Zick - wieder an.

Stromausfall nicht nur im Glockenbachviertel

03.07.09 Permalink
Das nachmittägliche Gewitter am 3.7. in München hatte Folgen: Im Gärtnerplatz- und Glockenbachviertel sowie im gesamten Münchner Osten ist der Strom für die Straßenbeleuchtung ausgefallen; die Straßen blieben dunkel. Im Gärtnerplatzviertel - so live unser Redakteur Stefan Vogel - gingen die Lichter gegen 23.30 Uhr wieder an, im Glockenbachviertel kurz vor Mitternacht.

Das Isar-Hochwasser ebbt ab

26.06.09 Permalink
von Karin Zick

Nach den ergiebigen Regenfällen der letzten Tage führt die Isar Hochwasser, die Lage entspannt sich aber bereits wieder. Der Pegelstand vom 25.6. um 23.30 Uhr betrug 220 cm.

Weitere Fotos - von unserem Redakteur Stefan Vogel - finden Sie in unserem Bildarchiv

Welche Auswirkungen wird das Hochwasser auf die gerade im Aufbau befindliche, neue Weideninsel im Abschnitt zwischen Wittelsbacher und Reichenbachbrücke haben? Nach Expertenmeinung wird die Insel keine größeren Schäden davontragen. Es sind zahlreiche Sicherungen eingebaut, zum Beispiel eine Böschungssicherung. Eventuell muß Kies nachgefüllt werden, weil dieser noch nicht verfestigt war. Die Baustraßen zur Weideninsel besitzen ein festes Fundament, sind also ebenfalls nicht verloren. Und es war ohnehin eher ein kleines Hochwasser.